Designer · Schweizerisch-französisch
Le Corbusier
1887–1965 · La Chaux-de-Fonds, Schweiz
Le Corbusier (Charles-Édouard Jeanneret) gilt als einer der einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand schuf er ab 1928 die ikonische LC-Möbelserie für die Pariser Wohnung — Stahlrohr-Konstruktionen, die das industriell gefertigte Möbel als Teil der modernen Architektur etablierten. Heute werden seine Entwürfe exklusiv durch Cassina unter Lizenz der Fondation Le Corbusier (FLC) produziert.
© Fondation Le CorbusierStand:
Le Corbusier (1887–1965, geboren als Charles-Édouard Jeanneret-Gris) zählt zu den drei prägendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entwarf er ab 1928 die ikonische LC-Möbelserie für die Pariser Architektur-Wohnung — Stahlrohr-Konstruktionen, die das industriell gefertigte Möbel als Teil der modernen Architektur etablierten. Heute werden seine Entwürfe exklusiv durch Cassina unter Lizenz der Fondation Le Corbusier (FLC) produziert — erkennbar am FLC-Stempel und am Cassina-Logo am Stahlrahmen.
Die Atelier-Position
Le Corbusier ist neben Charles und Ray Eames sowie Marcel Breuer die definierende Designer-Position der industriellen Möbel-Moderne. Aus architektonischer Sicht formuliert seine LC-Serie das Möbel erstmals konsequent als Architektur-Element — nicht als Wohn-Accessoire.
Im Atelier kuratieren wir Le Corbusier nicht über Lifestyle-Zuordnungen, sondern über die Editions-Linie: Jedes LC-Möbel, das nicht den FLC-Stempel trägt, fällt aus der Atelier-Auswahl. Aus Heritage-Perspektive ist die Fondation Le Corbusier seit 1965 die einzige Instanz, die LC-Modelle autorisiert — und Cassina seit demselben Jahr der einzige Lizenz-Hersteller.
Heritage und Geschichte
Charles-Édouard Jeanneret-Gris wurde am 6. Oktober 1887 in La Chaux-de-Fonds (Schweizer Jura) geboren. Den Künstlernamen "Le Corbusier" nahm er 1920 an, als er gemeinsam mit Amédée Ozenfant das Manifest "Après le cubisme" veröffentlichte. Architekturhistorisch zählt er zu den fünf Gründerfiguren des Internationalen Stils — neben Walter Gropius, Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright und Alvar Aalto.
Die LC-Möbelserie entstand 1928 als Auftragsarbeit für die Pariser Wohnung des Architekten — entworfen im Pariser Atelier rue de Sèvres 35 gemeinsam mit Pierre Jeanneret (Cousin) und Charlotte Perriand (ab Herbst 1927 Mitarbeiterin). Im Atelier sehen wir die LC-Serie deshalb immer als Drei-Personen-Werk, nicht als reines Corbusier-Werk — eine wichtige historische Differenzierung, die in vielen Quellen verkürzt wird.
Die Fondation Le Corbusier verwaltet seit 1965 das gesamte architektonische und designerische Werk Le Corbusiers, einschließlich der LC-Möbel-Lizenzen. Cassina ist seit 1965 der exklusive autorisierte Hersteller weltweit.
Die definierende Design-Position der LC-Serie war die Trennung zwischen Tragstruktur und Polsterung: anders als klassische Sessel sind LC1, LC2 und LC3 als Stahlrohr-Käfige konstruiert, in die Polster-Module hineingelegt werden. Diese Konstruktion erlaubte erstmals industrielle Serien-Möbel mit Wechsel-Polstern, lange bevor IKEA die Idee in die Massen brachte.
Im Material-Kontext
Material und Konstruktion
Stahlrohr im LC-Kontext ist nicht beliebiges Metallrohr: Cassina verwendet seit 1965 verchromtes oder schwarz pulverbeschichtetes Stahlrohr mit exakt 30 mm Durchmesser (LC1, LC2, LC3, LC6) oder 25 mm (LC4 Chaiselongue). Replicas verwenden oft 22 mm oder 28 mm — der Unterschied ist mit der Hand fühlbar, weil der Daumen den Rohr-Umfang einschätzt.
Die Gewichtsdifferenz zwischen Original und Replica ist ein zweiter verlässlicher Marker: Eine Cassina LC4 wiegt 28–30 kg (Stahlrahmen + Polster), billige No-Name-Replicas oft nur 18–20 kg. Der Stahl-Mengen-Unterschied äußert sich auch in der Standfestigkeit: Originale neigen kaum zur seitlichen Bewegung, Replicas oft.
Polsterleder stammt bei Cassina aus italienischen Gerbereien, primär pflanzliche Gerbung mit halbpflanzlichen Beizen. Die LC4-Chaiselongue gibt es in Naturleder, schwarzem Leder, Cognac, Pony-Fell (das ikonische, bis heute auf Bestellung gefertigte Pferdefell) und in einer Cashmere-Wollvariante (limited edition seit 2019).
Signature Works und Editions-Logik
LC4 Chaiselongue (1928)
Die LC4 — von Le Corbusier als "Chaise longue à réglage continu" entworfen — war die ikonografische Liege der Moderne. Heute ausschließlich Cassina-Edition, erkennbar an:
- Cassina-Logo eingelasert am Stahlrahmen
- Seriennummer an der Rahmen-Unterseite
- FLC-Stempel (Fondation Le Corbusier) als Lizenz-Beleg
- Made-in-Italy-Prägung (Meda-Produktion)
- Authentizitäts-Zertifikat in der Lieferung
Preis-Range Cassina LC4: 4.500–8.000 € je nach Polsterung. Bekannte Reproduktions-Marker: kein Cassina-Logo, kein FLC-Stempel, Stahlrohr verändert (25 vs. 30 mm), Gewichtsdifferenz von 30–40 %.
LC2 Grand Confort (1928)
Der ikonische "Grand Confort"-Sessel, ebenfalls 1928 entworfen, ist als LC2 (zwei-sitzig) und LC3 (drei-sitzig) verfügbar. Heritage-Marker bei der Cassina-Edition: Stahlrohr-Käfig mit 30 mm Durchmesser, abnehmbare Polster-Module, Lederpolster mit pflanzlicher Gerbung.
LC6 Esstisch (1928)
Der LC6-Esstisch (auch "Table en tube d'avion" genannt, weil das Gestell aus Stahlrohren des Aérolithe-Flugzeugs inspiriert ist) blieb bis 1965 ohne kontinuierliche Produktion. Heute ausschließlich Cassina, in den Tischplatten-Varianten Glas, schwarzem Lack oder Mahagoni.
Im Architektur-Kontext
Aus architektonischer Sicht stehen Le Corbusiers Möbel in direktem Dialog mit seinen Architektur-Konzepten:
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Villa Savoye (Poissy, 1929–1931): die berühmten "fünf Punkte der Architektur" werden hier räumlich entwickelt — Pilotis, Dachgarten, freier Grundriss, Bandfenster, freie Fassade. Die LC-Möbel waren als räumliche Komplementierung dieser Architektur gedacht.
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Unité d'Habitation Marseille (1947–1952): das paradigmatische Wohnungsbau-Projekt der Nachkriegsmoderne. Hier wurden die LC-Möbel erstmals als integraler Teil eines komplexen Wohnungs-Programms angedacht.
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Cité Radieuse und die "Modulor"-Proportionslehre prägten die Maße der LC-Sitzmöbel: LC2 hat exakt eine Sitzhöhe von 41 cm — der Modulor-Wert für die durchschnittliche europäische Anatomie der 1940/50er Jahre.
Verwandte Atelier-Positionen
- Designer: Charles & Ray Eames — amerikanisches Pendant der industriellen Möbel-Moderne
- Designer: Marcel Breuer — Bauhaus-Stahlrohr-Vorläufer (Knoll-Wassily seit 1925)
- Stilrichtung: Bauhaus — historischer Kontext
- Stilrichtung: Quiet Luxury — heutige Wiederaufnahme der LC-Linie
Le-Corbusier-Designermöbel kaufen — LC2, LC3, LC4 Editionen
Wer Le-Corbusier-Designermöbel kaufen will, sucht die definierenden LC-Editionen bei Cassina als exklusivem Lizenz- Hersteller mit FLC-Stempel: LC2 / LC3 Grand Confort-Sofa, LC4 Chaiselongue und LC6 Esstisch — alle als lizenzierte Designklassiker mit Fondation-Le-Corbusier-Lizenz. Premium-Luxusmöbel mit Cassina-FLC- Stempel + langfristiger Wertstabilität.
Hinweis: Editions-Markierungen basieren auf öffentlich zugänglichen Maison-Informationen (Stand: 2026). Vor Vintage-Käufen empfehlen wir Authentizitäts-Prüfung beim Hersteller.
Signature Works
LC4 Chaiselongue
Designed 1928 · Erste Produktion 1929
Lizenzierte Editionen: Cassina (Global, seit 1965)
Museums-Sammlungen: MoMA New York, Vitra Design Museum, Centre Pompidou Paris
Externe Authority-Quellen
Ausbildung
- École d'Art, La Chaux-de-Fonds (1900–1907)
- Lehrjahre bei Peter Behrens, Berlin (1910–1911)
Auszeichnungen
- AIA Gold Medal (1961)
- Frank P. Brown Medal (1961)
Hinweis: Editions-Markierungen basieren auf öffentlich zugänglichen Maison-Informationen (Stand: 2026). Vor Vintage-Käufen empfehlen wir Authentizitäts-Prüfung beim Hersteller.